Wie der Körper auf Kältereize reagiert wird seit Langem erforscht insbesondere die Prozesse im Blut im Fettgewebe und im Nervensystem. Kälte aktiviert uralte Überlebungsmechanismen die in unserem modernen Lebensstil kaum noch genutzt werden.
Cryosauna
Eine Cryosauna auch als Kryotherapiekammer bezeichnet ist eine Kabine in der man sich für kurze Zeit extremer Kälte aussetzt. Dort steht man für einige Minuten bei Temperaturen zwischen 100 und 160 Grad unter null. Diese extreme Kälte regt den Körper dazu an sich selbst zu regenerieren.
Sobald man eine solche Cryosauna betritt ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Haut und Gliedmaßen werden kurzfristig weniger durchblutet. Sobald man wieder herauskommt weiten sich die Gefäße und eine frische Menge sauerstoffreiches Blut strömt zu den Muskeln und in den restlichen Körper. Das unterstützt eine schnellere Regeneration nach dem Training hilft Entzündungen zu reduzieren und lindert Muskelkater. Durch die Kälte schüttet der Körper außerdem Endorphine aus. Immer mehr Sportler auch Freizeitsportler schwören nach einem intensiven Training darauf. Zudem laufen Studien zu möglichen weiteren Vorteilen bei der Schmerzbehandlung und bei Durchblutungsstörungen.
Was sagt die Wissenschaft
Regelmäßigkeit
Auswirkungen auf Psyche und Hormone
Kaltes Wasser setzt im Körper eine Stressreaktion in Gang bei der vermehrt Noradrenalin und Adrenalin ausgeschüttet werden. Deshalb fühlen sich viele Menschen nach einem Kältebad wacher und teilweise auch glücklicher.Wie lange und wie oft ist es sinnvoll
Eine praktikable Richtlinie die häufig empfohlen wird ist etwa 10 bis 15 Minuten Kälteexposition pro Woche einzuplanen. Diese Zeit sollte auf mehrere kurze Einheiten verteilt werden zum Beispiel zwei bis vier Mal pro Woche. Der Stanford Neurowissenschaftler Andrew Huberman empfiehlt ein solches Vorgehen ausdrücklich.Wie gehe ich vor
Ist das alles völlig neu für dich Dann profitierst du vermutlich am meisten von einem schrittweisen Aufbau:
- Verwende kühles Wasser statt eiskaltem
- Beginne zunächst mit 30 bis 60 Sekunden bei Bedarf auch kürzer
- Erhöhe zuerst die Dauer und arbeite danach mit niedrigeren Temperaturen
- Ein vollständiges Eintauchen löst eine stärkere Reaktion aus als eine Dusche
- Atme ruhig und kontrolliert
- Fühlst du dich schwindelig oder kurzatmig dann brich ab
Kurze kontrollierte Kälteexposition ist für viele wirksamer als lange oder extreme Anwendungen. Regelmäßigkeit ist das Schlüsselwort.
Für alle die sich von einer Krankheit erholen gilt Sicherheit geht vor. Gehe niemals allein oder unvorbereitet in kaltes natürliches Wasser. Brich ab wenn anhaltendes starkes Zittern oder deutliches Unwohlsein auftritt.
Reicht eine kalte Dusche aus
Eine kalte Dusche ist ein ausgezeichneter Einstieg. Dabei werden bereits Teile des Nervensystems aktiviert und die mentale Widerstandskraft gestärkt.
Beim Eintauchen in eiskaltes Wasser ist die Wirkung deutlich stärker. Der Körper kühlt schneller aus und durchläuft eine intensivere physiologische Reaktion. Ist ein Bad in eiskaltem Wasser jedoch nicht möglich sind kurze winterliche Spaziergänge oder eine niedrigere Raumtemperatur sinnvolle Alternativen. Das schont zudem den Geldbeutel.
Fazit
Das Eintauchen in Kälte ist kein Wundermittel aber eine der einfachsten Möglichkeiten Körper und Geist regelmäßig herauszufordern. Für den langfristigen Nutzen scheint Regelmäßigkeit ein entscheidender Faktor zu sein. Mit einer sorgfältigen und konsequenten Herangehensweise kann Kälteexposition zu mehr Energie mentaler Klarheit und dem Gefühl führen Unbehagen besser aushalten zu können. Und vielleicht ist genau das für viele der größte Vorteil.










