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Artikel: Kurz durchhalten. Was ein Eisbad bewirkt

Even doorbijten: wat een cold plunge je oplevert

Kurz durchhalten. Was ein Eisbad bewirkt

Das Konzept ist simpel aber unangenehm Der Körper wird für kurze Zeit in kaltes Wasser getaucht. Neben dem mentalen Training bei dem man lernt Unbehagen auszuhalten zeigen Studien dass Kälte auch messbare körperliche Wirkungen hat.

Wie der Körper auf Kältereize reagiert wird seit Langem erforscht insbesondere die Prozesse im Blut im Fettgewebe und im Nervensystem. Kälte aktiviert uralte Überlebungsmechanismen die in unserem modernen Lebensstil kaum noch genutzt werden.

Cryosauna

Eine Cryosauna auch als Kryotherapiekammer bezeichnet ist eine Kabine in der man sich für kurze Zeit extremer Kälte aussetzt. Dort steht man für einige Minuten bei Temperaturen zwischen 100 und 160 Grad unter null. Diese extreme Kälte regt den Körper dazu an sich selbst zu regenerieren. 

Sobald man eine solche Cryosauna betritt ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Haut und Gliedmaßen werden kurzfristig weniger durchblutet. Sobald man wieder herauskommt weiten sich die Gefäße und eine frische Menge sauerstoffreiches Blut strömt zu den Muskeln und in den restlichen Körper. Das unterstützt eine schnellere Regeneration nach dem Training hilft Entzündungen zu reduzieren und lindert Muskelkater. Durch die Kälte schüttet der Körper außerdem Endorphine aus. Immer mehr Sportler auch Freizeitsportler schwören nach einem intensiven Training darauf. Zudem laufen Studien zu möglichen weiteren Vorteilen bei der Schmerzbehandlung und bei Durchblutungsstörungen.

Was sagt die Wissenschaft

Kälteeinwirkung kann Entzündungen verringern das Immunsystem aktivieren und den Stoffwechsel anregen. Studien zeigen dass regelmäßige Kälte bestimmte Entzündungsstoffe und Immunzellen beeinflusst. Zudem kann weißes Körperfett teilweise in braunes oder beiges Fett umgewandelt werden ein Prozess der als Browning bekannt ist. Dieses Fett verbrennt Energie zur Wärmeerzeugung und kann helfen den Blutzuckerspiegel zu regulieren sowie die Energiebilanz zu unterstützen.

Die Wirkung von Kälte hängt stark von der Person sowie von Dauer Temperatur und Häufigkeit der Anwendung ab. In einer Studie aus dem Jahr 2015 veröffentlicht in Nature Communications wurden Erwachsene mit Typ 2 Diabetes zehn Tage lang täglich milder Kälte von 16 bis 17 Grad Celsius ausgesetzt. Anders als in früheren Untersuchungen lag der Fokus nicht auf einer kurzfristigen Stressreaktion sondern auf der tatsächlichen Anpassung des Körpers. Durch die regelmäßige Kälte wurde das braune Fettgewebe aktiver wodurch sich die Insulinsensitivität verbesserte vor allem bei Menschen mit einem weniger gut funktionierenden Stoffwechsel. All das geschah ohne extreme Kälte.

Regelmäßigkeit

Eine neuere Studie im Journal of Thermal Biology aus dem Jahr 2025 hatte zum Ziel zu untersuchen wie sich tägliches kurzes Eintauchen in etwa 14 Grad kaltes Wasser auf den Stoffwechsel und die Blutzuckerregulation bei jungen gesunden Freiwilligen auswirkt. In dieser Studie absolvierten die Teilnehmenden fünfzehn bis sechzehn Sitzungen mit jeweils zehn Minuten Kaltwasserimmersion. Die Forschenden bewerteten die Glukoseverarbeitung und die Insulinsensitivität vor und nach der Intervention. Die Ergebnisse bestätigten dass eine solche wiederholte Kälteexposition vorübergehend zu einer verminderten Glukosetoleranz und einer reduzierten Insulinsensitivität führte sich diese Effekte jedoch nach einer Woche wieder normalisierten. Regelmäßigkeit scheint daher eine wichtige Rolle zu spielen.

Auswirkungen auf Psyche und Hormone 

Kaltes Wasser setzt im Körper eine Stressreaktion in Gang bei der vermehrt Noradrenalin und Adrenalin ausgeschüttet werden. Deshalb fühlen sich viele Menschen nach einem Kältebad wacher und teilweise auch glücklicher.
Viele Menschen erleben zudem eine vorübergehende Schmerzlinderung oder eine bessere Stimmung. Kälte beseitigt weder Depressionen noch Stress sofort. Der Körper wechselt jedoch vorübergehend in einen anderen Zustand eine Art Reset. Dieser Effekt kann in Kombination mit einer ruhigen kontrollierten Atmung verstärkt werden.
Eine praktikable Richtlinie die häufig empfohlen wird ist etwa 10 bis 15 Minuten Kälteexposition pro Woche einzuplanen. Diese Zeit sollte auf mehrere kurze Einheiten verteilt werden zum Beispiel zwei bis vier Mal pro Woche. Der Stanford Neurowissenschaftler Andrew Huberman empfiehlt ein solches Vorgehen ausdrücklich.
Die zugrunde liegende Idee ist dass es besser ist regelmäßig einen klaren Reiz zu setzen als sich nur gelegentlich bis an die Grenzen zu bringen. Der Körper passt sich an wenn er ausreichend Zeit zur Erholung bekommt. Wird man jedoch zu häufig und zu intensiv Kälte ausgesetzt kann das den Körper stark belasten und den gegenteiligen Effekt hervorrufen.

Wie gehe ich vor

Ist das alles völlig neu für dich Dann profitierst du vermutlich am meisten von einem schrittweisen Aufbau:

  • Verwende kühles Wasser statt eiskaltem
  • Beginne zunächst mit 30 bis 60 Sekunden bei Bedarf auch kürzer
  • Erhöhe zuerst die Dauer und arbeite danach mit niedrigeren Temperaturen
  • Ein vollständiges Eintauchen löst eine stärkere Reaktion aus als eine Dusche
  • Atme ruhig und kontrolliert
  • Fühlst du dich schwindelig oder kurzatmig dann brich ab

Kurze kontrollierte Kälteexposition ist für viele wirksamer als lange oder extreme Anwendungen. Regelmäßigkeit ist das Schlüsselwort.

Für alle die sich von einer Krankheit erholen gilt Sicherheit geht vor. Gehe niemals allein oder unvorbereitet in kaltes natürliches Wasser. Brich ab wenn anhaltendes starkes Zittern oder deutliches Unwohlsein auftritt.

Reicht eine kalte Dusche aus

Eine kalte Dusche ist ein ausgezeichneter Einstieg. Dabei werden bereits Teile des Nervensystems aktiviert und die mentale Widerstandskraft gestärkt.

Beim Eintauchen in eiskaltes Wasser ist die Wirkung deutlich stärker. Der Körper kühlt schneller aus und durchläuft eine intensivere physiologische Reaktion. Ist ein Bad in eiskaltem Wasser jedoch nicht möglich sind kurze winterliche Spaziergänge oder eine niedrigere Raumtemperatur sinnvolle Alternativen. Das schont zudem den Geldbeutel.

 Fazit

Das Eintauchen in Kälte ist kein Wundermittel aber eine der einfachsten Möglichkeiten Körper und Geist regelmäßig herauszufordern. Für den langfristigen Nutzen scheint Regelmäßigkeit ein entscheidender Faktor zu sein. Mit einer sorgfältigen und konsequenten Herangehensweise kann Kälteexposition zu mehr Energie mentaler Klarheit und dem Gefühl führen Unbehagen besser aushalten zu können. Und vielleicht ist genau das für viele der größte Vorteil.  

Diederik Jansen

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