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Artikel: Greenpeace: Gefährliche Chemikalien immer noch in Fast Fashion gefunden

Greenpeace: gevaarlijke chemicaliën nog steeds aangetroffen in fast fashion

Greenpeace: Gefährliche Chemikalien immer noch in Fast Fashion gefunden

Seit Jahren sind günstige Kleidung aus dem Versandhandel, „Fast Fashion“, aber auch Spielzeug für ihre schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bekannt. Niedrige Preise und schnelle Produktionszyklen führen zu mehr Käufen durch Verbraucher, aber auch zu mehr Abfall.

Die zunehmende Kritik hat bislang wenig bewirkt. Trotz entsprechender Warnungen verkauft Shein weiterhin Produkte mit schädlichen Stoffen, wie der Greenpeace-Bericht Shame on You, Shein II zeigt. Diese Folgestudie zeigt im Vergleich zu früheren Untersuchungen nur geringe Veränderungen.

Frühere Warnungen

In einer früheren Untersuchung aus dem Jahr 2022 wurden Kleidungsstücke von Shein gefunden, die schädliche Stoffe enthielten. Die Konzentrationen überschritten die Grenzwerte der europäischen REACH-Verordnung. Shein erklärte, die betreffenden Artikel aus dem Sortiment genommen zu haben, und betonte, dass die Produktsicherheit oberste Priorität habe.

Folgestudie

Greenpeace überprüfte die Versprechen des Unternehmens und bestellte erneut 31 Produkte über den deutschsprachigen Shein-Onlineshop. Zwar handelte es sich nicht in allen Fällen um dieselben Artikel wie zuvor, doch die Produkte waren hinsichtlich Material, Design und Herkunft vergleichbar.

Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, ob die früher festgestellten Probleme tatsächlich behoben wurden oder weiterhin bestehen. Die Produkte wurden in einem akkreditierten Labor in Deutschland auf verschiedene bedenkliche Chemikalien untersucht, darunter PFAS und Phthalate. Außerdem testete das Labor auf Schwermetalle, Formaldehyd und andere Stoffe, die bereits in früheren Berichten aufgefallen waren.

Schockierende Ergebnisse

Laut dem Greenpeace-Bericht enthielten viele der untersuchten Produkte bedenkliche Chemikalien. Insgesamt wurden 31 Artikel getestet. Bei 24 davon wurden die europäischen Grenzwerte für schädliche Stoffe überschritten. Das bedeutet, dass mehr als vier von fünf Produkten in der EU eigentlich nicht verkauft werden dürften.

In einigen Produkten wurden Phthalate gefunden. Diese Stoffe werden als Weichmacher verwendet und können das Hormonsystem beeinträchtigen. Teilweise lagen die gemessenen Werte bis zu vierzigmal über den erlaubten Grenzwerten.

Außerdem wurde PFAS nachgewiesen, die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“. Diese Stoffe bauen sich in der Umwelt kaum ab und können sich in Menschen und Tieren anreichern. Bei bestimmten Jacken lagen die Werte sogar mehr als tausendmal über den in Europa zulässigen Grenzwerten.

Auch die Schwermetalle Blei und Cadmium wurden nachgewiesen. Beide gelten als nervenschädigende Stoffe und sind besonders für Kinder gefährlich.

Kleidung als versteckte Quelle chemischer Belastung

Laut dem Greenpeace-Bericht warnen immer mehr Studien vor giftigen Chemikalien in Kleidung. Forscher der Yale University weisen darauf hin, dass viele Stoffe, die in der Modeindustrie verwendet werden, nicht so harmlos sind, wie oft angenommen wird. Sie belasten nicht nur die Umwelt, sondern könnten auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Die Untersuchung zeigt, dass bei der Herstellung von Kleidung oft bis zu hundert verschiedene Chemikalien eingesetzt werden. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass Stoffe dehnbar, haltbar, farbecht oder wasserabweisend sind. Einige dieser Stoffe können sich jedoch mit der Zeit aus dem Material lösen. Über den direkten Hautkontakt können sie dann in den Körper gelangen. Auch Wärme und Schweiß können dazu beitragen, dass sich Chemikalien schneller aus den Fasern lösen. Darüber hinaus können kleine Faserpartikel eingeatmet werden. Durch die tägliche Bewegung reibt die Kleidung am Körper, wodurch sich Fasern ablösen können. Solche Partikel werden inzwischen in vielen Nahrungsketten nachgewiesen. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sie sich mit der Zeit im Körper ansammeln.

Microscopisch klein maar persistent

Viele Chemikalien verschwinden mit der Zeit aus der Umwelt, ihre Auswirkungen auf den Menschen können jedoch bestehen bleiben. Einige Stoffe werden mit Hormonstörungen, Allergien oder Atemwegsproblemen in Verbindung gebracht. Zudem gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass bestimmte Chemikalien das Krebsrisiko erhöhen könnten.

Besonders kritisch werden PFAS gesehen. Diese Stoffe werden oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie extrem langlebig sind und nur sehr langsam abgebaut werden. Sie können sich im Körper anreichern und stehen im Verdacht, das Immunsystem zu beeinträchtigen sowie Leber- und Nierenprobleme zu begünstigen.

Auch Phthalate gelten als bedenklich. Sie werden häufig als Weichmacher in Kunststoffen und Lacken eingesetzt und können das Hormonsystem sowie die Fruchtbarkeit beeinflussen. Bei einigen Produkten lagen die gemessenen Werte deutlich über den in Europa erlaubten Grenzwerten, teilweise zehn- oder sogar hundertmal höher.

Eine weitere Sorge sind Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Diese Stoffe können in bestimmten Farben enthalten sein. Untersuchungen zeigen, dass sie sich bei langfristiger Belastung im Körper ansammeln können. Mögliche Folgen sind Schäden am Gehirn, an den Nieren oder Beeinträchtigungen des Wachstums bei Kindern und Jugendlichen.

Forscher weisen außerdem darauf hin, dass Kleidung nur eine von vielen möglichen Quellen für Chemikalien ist. Auch Verpackungen, Kosmetikprodukte und andere Alltagsgegenstände können dazu beitragen, dass Menschen regelmäßig mit diesen Stoffen in Kontakt kommen. Selbst Einwegprodukte wie Reinigungstücher sind nicht immer unbedenklich. Entscheidend ist die dauerhafte Belastung durch viele verschiedene Quellen über einen langen Zeitraum.

Wie geht es weiter?

Greenpeace sieht das Problem bei Shein als Teil eines größeren Systems der Ultra Fast Fashion. Die Organisation fordert strengere Gesetze, darunter eine Abgabe auf Fast Fashion Produkte, strengere Kontrollen, mehr Transparenz in den Lieferketten, Einschränkungen für Werbung von Ultra Fast Fashion Anbietern sowie eine erweiterte Verantwortung von Onlineplattformen, die Produkte innerhalb der Europäischen Union verkaufen.

Nach Ansicht von Greenpeace reichen freiwillige Zusagen der Unternehmen nicht aus. Um Verbraucher und die Umwelt besser zu schützen, seien verbindliche gesetzliche Regelungen notwendig. Der aktuelle Folgebericht ist dabei kein Einzelfall. Immer mehr wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Kleidung eine bislang unterschätzte Quelle für die Belastung mit schädlichen Chemikalien sein könnte.

Diederik Jansen

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