Mikronährstoffe und traditionelle Ernährung
Vitamin A
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das eine zentrale Rolle für das Immunsystem, die Sehkraft, die Haut und die Schleimhäute spielt. Es unterstützt die Bildung und Funktion von Abwehrzellen und trägt dazu bei, dass die Schleimhäute als natürliche Schutzbarriere intakt bleiben. Besonders reich an Vitamin A sind die Leber, Eigelb sowie bestimmte tierische Fette. In pflanzlichen Lebensmitteln liegt es häufig als Provitamin A vor, zum Beispiel in Form von Beta Carotin.
Vitamin D
Über seine Wirkung als Prä Hormon beeinflusst Vitamin D sowohl das angeborene als auch das adaptive Abwehrsystem. Auf zahlreichen Zellen des Immunsystems befinden sich Rezeptoren für diese Substanz. Alltägliche Quellen dafür waren früher unter anderem Lebertran, Fischleber und fettreicher Fisch. Ein Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D Werten im Blut und einem erhöhten Risiko für Infektionen der Atemwege zeigt sich wiederholt in Studien.
Zink
Zink unterstützt das Wachstum und die Funktion der weißen Blutkörperchen. Im Körper hilft dieses Spurenelement bei der Zellteilung und ist zugleich an der Signalübertragung zwischen Zellen beteiligt. Außerdem beeinflusst Zink, wie schnell bestimmte Proteine ihre Aufgaben erfüllen können. Von allen Lebensmitteln enthalten Austern mit Abstand die höchsten Mengen. Die Rinderleber und die Rindernieren sind ebenfalls sehr gute Quellen. Wird über die Ernährung zu wenig aufgenommen, reagiert das Abwehrsystem häufig langsamer.
Eisen, Selen und Kupfer
Omega 3 Fettsäuren
Meeresfrüchte wie fetter Fisch, Muscheln und Austern enthalten EPA und DHA. Diese Fettsäuren spielen eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Stoffen, die Entzündungen aktiv auflösen.
Ursprüngliche Lebensmittel mit Bedeutung für das Immunsystem
Einige Beispiele für traditionelle Produkte, die das besondere Interesse von Immunologen wecken, sind die folgenden.
- Besonders ist, dass Knochenbrühe zuckerartige Eiweiße enthält, die zur Regeneration der Magenwand beitragen. Baustoffe wie Glycin haben sich als essenziell für feste Sehnen erwiesen. Prolin spielt wiederum eine Rolle beim Aufbau von Haut und Knorpel. Beim langen Kochen werden diese Verbindungen aus dem Knochenmaterial freigesetzt. Außerdem unterstützt diese Art von Brühe auch die Verdauung. Und nicht unwichtig: Diese Stoffe stärken gemeinsam die Darmschleimhäute.
- Kefir oder Joghurt sind fermentierte Milchprodukte und enthalten aktive Bakterien. Lebende Kulturen sind dabei von zentraler Bedeutung.
- Eingelegte und fermentierte Gemüsesorten wie Sauerkraut, Kimchi und Gurken.
- Beeren enthalten viele Stoffe, die mit den Darmbakterien zusammenwirken.
- In Knoblauch und Zwiebeln befinden sich Schwefelverbindungen, die in Labortests Bakterien hemmen.
- Kurkuma zeigt Wirkungen auf die Entzündungssignalgebung.
- Honig findet sich seit Jahrhunderten auf dem Tisch, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zur Haltbarmachung von Produkten. Honig enthält Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme, unter anderem Flavonoide und Phenolsäuren, die Zellen schützen. Zudem wirkt er bakterien und pilzhemmend.
- Algen enthalten große Mengen an Jod. Zusätzlich liefern sie spezielle Ballaststoffe, die Darmbakterien als Nahrung nutzen können. Diese Stoffe werden zu Verbindungen abgebaut, die einen wesentlichen Einfluss auf die Verdauung haben.
- Samen und Nüsse. Sie liefern Zink und Selen zusammen mit Vitamin E.
Kolostrum
Nach der Geburt erhalten Kälber von Säugetieren zunächst Kolostrum. Reguläre Muttermilch folgt später und unterscheidet sich in ihrem Aufbau deutlich durch spezifische Bestandteile. Die Funktion von Kolostrum ist zweifach: Ernährung und Immunitätsaufbau. Letzterer erfolgt durch konzentrierte Antikörper (Immunglobuline IgA, IgG, IgM), weiße Blutkörperchen und Wachstumsfaktoren. Die Wirkung ist eine sogenannte passive Immunität beim Kalb oder Kind. Gleichzeitig wird die Darmmikrobiota aufgebaut, was wiederum das Wachstum unterstützt.
Fazit
Eine robustere Abwehr entsteht nicht durch einen einzelnen magischen Bestandteil, sondern durch eine Ernährungsweise voller Vielfalt. Forschungsergebnisse zur Darmflora, zu den Reaktionen des Körpers auf Verletzungen oder Eindringlinge sowie zu Vitaminen bestätigen diese Sichtweise. Eine Rückbesinnung auf frühere Ernährungsformen passt gut dazu. Was vor Jahrhunderten alltägliche Nahrung war, entspricht oft überraschend genau dem, was Körperzellen heute mehr denn je benötigen.





